»Dafür gibt es doch eine App!« – Dieser legendäre Werbespruch von Apple gilt natürlich auch, wenn es um die Planung einer Hochzeit geht. Längst haben diverse Anbieter die Nachfrage an Hilfestellungen über das Smartphone entdeckt und fragt man im App-Store von Apple oder Android nach einem »Wedding Planner« hat man zunächst einmal – wie im richtigen Leben – die große Qual der großen Auswahl.

Preisliche Unterschiede

Der erste Unterschied, der dabei ins Auge fällt, ist – wie so oft – zunächst der Preis. Je nachdem, ob man nun nach einem »Wedding Planner« oder einem »Hochzeitsplaner« sucht, werden für den Download der kleinen Hilfsprogramme bis zu 26,99 Euro aufgerufen. Im Gegensatz zu einem Hochzeitsplaner aus Fleisch und Blut scheint dieser Betrag geradezu verschwindet gering, doch sollte man sich trotz aller Verlockung, die eigene Hochzeit ganz einfach mit dem Smartphone planen und durchführen zu können, stets darüber bewusst sein, dass selbst die beste App einen Menschen mit Erfahrung nicht ersetzen kann.

Qualität hat seinen Preis

Man kann dies übrigens auch mit einem Hochzeitsvideo vergleichen. Natürlich macht ein leistungsstarkes Smartphone heutzutage schöne Aufnahmen. Dennoch werden die Bilder oder gar der fertige Film nur schwerlich die Qualität erreichen, die ein erfahrener Kameramann mit professionellem Equipment macht. Das Smartphone sollte also beim Hochzeitsfilm genauso als das gesehen werden, was es auch in Sachen Hochzeitsplanung ist: Ein Hilfsmittel, das viele Dinge erleichtert und vereinfacht, jedoch keineswegs einen Menschen aus Fleisch und Blut ersetzen kann, der noch dazu seine Leidenschaft für das Thema »Hochzeit« mit ins Spiel bringt.

Die App als Hilfestellung

Legt man die diese Überlegungen zu Grunde, sollte man also für eine Hochzeits-App nicht allzu viel Geld ausgeben müssen. Unterm Strich liegt die Hauptarbeit dann eben doch noch immer beim Brautpaar oder bei einem professionellen Hochzeitsplaner. Ich habe mir deshalb zunächst einmal eine kostenlose App aus der langen Liste der digitalen Hochzeitsplaner ausgesucht. Die Wahl fiel auf die Weddian-App – und zwar aus zwei Gründen: Zum Ersten ist die App trotz des Namens aus Deutschland und damit nicht per Google-Translater übersetzt und Zweitens hat die App im Store dermaßen auffällig schlechte Bewertungen, dass bei mir schon allein die pure Neugier aufkam, ob das kleine Hilfprogramm wirklich so schlecht ist, wie es die wenigen Sterne aussagen möchten.

Gute Übersicht in der Weddian-App

Öffnet man die Weddian-App muss man auf den ersten Blick sagen: So schlecht sieht das Alles doch gar nicht aus. In einer nett bebilderten Übersicht werden dem User verschiedene Kategorien angeboten, die bei der Planung einer Hochzeit sehr hilfreich seien können. Diese beginnt bei der 12-Monats-Checkliste und geht über einen Budget- und einen Gästeplaner bis hin zu einer Übersicht über Hochzeitsmessen und Dienstleister. Selbst ein Hochzeitscountdown kann auf dieser Seite eingerichtet werden – das geht schnell und unkompliziert, sieht dafür hinterher aber auch wenig spektakulär aus.

Checkliste mit wenigen Funktionen

Erste Ernüchterung bei der App stellt sich bei der Auswahl des ersten Unterpunktes »12-Monats-Checkliste« ein. Zwar sind hier in den Unterpunkten, die jeweils nach Monaten geordnet sind, viele wichtige Punkte als Vorauswahl hinterlegt, doch sind diese meist sehr allgemein gehalten und lassen sich vor allem nicht bearbeiten. Da heißt es dann schon mal »Allgemeine Fragen zur Hochzeit mit dem Partner klären«. Welche Fragen dies sein könnten, bleibt jedoch unerwähnt und auch die Möglichkeit, diese selbst zu formulieren und/oder gar zu hinterlegen, gibt es nicht. Die Interaktivität der App beschränkt sich in diesen Listen allein darauf, dass man einen Haken hinter den Punkt setzen kann, wenn Fragen mit dem Partner geklärt sind.

Für eine Hochzeitsmesse über 300 Kilometer fahren?

Sehr viel ausführlicher ist da dann schon der Überblick über die Hochzeitsmessen – leider im Grunde schon viel zu ausführlich. Es werden Messen aus dem gesamten Bundesgebiet angezeigt und will man diese filtern, geht dies allein durch den Standort-Button rechts oben im Bildschirm. Unglücklicherweise scheint dieser bei den Messen nicht zu funktionieren. Im Selbsttest änderte sich zwar die Reihenfolge der Messen, doch nach welchen Kriterien nun geordnet wurde, blieb mir schleierhaft. Noch immer wurden mir als erste Ergebnisse Hochzeitsmessen angezeigt, die sämtlich mehr als 300 Kilometer von meinem Standort entfernt lagen. Für den Besuch einer Hochzeitsmesse ist mir das dann doch etwas zu weit entfernt.

Sehr ausführliches Listing im Bereich Dienstleister

Besser funktioniert die Sortierung nach Standorten dann schon in der Rubrik »Dienstleister«. Hier werden in allen Unterrubriken zuverlässig die Anbieter angezeigt, die meinem Standort am nächsten liegen – zumindest, wenn man die rosa (und damit angenehm deutlich) unterlegten Premium-Einträge der Anbieter, die für ihren Eintrag bezahlen, durchgescrollt hat. Schade ist an dieser Stelle lediglich, dass es kein Bewertungssystem gibt. Wer also nicht nach der geographischem Lage entscheiden will, ist wohl oder über dazu gezwungen, nach dem eigenen Bauchgefühl zu urteilen oder – was sich in diesem Fall empfiehlt – zunächst mit mehreren Dienstleistern Kontakt aufzunehmen.

Die Galerie zur Inspiration

Eine schöne Spielerei – aber im Grunde auch nicht mehr – ist die Galerie. Hier kann man sich in den unterschiedlichsten Kategorien durch diverse Bildergalerie wischen und die Bilder, die einem besonders gefallen, über ein kleines Herz-Symbol zu den eigenen Favoriten hinzufügen. Diese Favoriten speichern sich dann automatisch unter den Bilder-Favoriten und können jederzeit zur Erinnerung – oder auch zum Vorzeigen beim eigenen Dienstleister – wieder hervorgeholt werden. In den Unterrubriken »Brautkleider« und »Einladungskarten« bietet die App an dieser Stelle sogar über einen Warenkorb den direkten Link zum entsprechenden Verkäufer und/oder Anbieter.

Der Ratgeber kostet Geld

Mit der Bildergalerie ist man dann jedoch schon am Ende der kostenlosen Möglichkeiten dieser App angekommen. Eine Budgetplanung der eigenen Hochzeit ist ohne das Plus-Paket nur in zwei Kategorien mit je fünf Unterpunkten möglich. Für den vollen Umfang heißt es also: Bitte 6,99 Euro bezahlen. Das gilt auch für die gesamte Rubrik »Ratgeber«. Wer wissen will, was es »Wichtiges vor der Hochzeit« gibt oder welche Erkenntnisse die App in Sachen Hochzeitslocation, Wedding Planner oder Eheringe bereit hält, wird im App-Store das Plus-Paket bezahlen müssen.

Unter dem Strich

Fazit: Für den Einstieg und einen ersten Überblick in Sachen To-Do-Liste und möglicher Anbieter ist die kostenlose Variante der Weddian-App sicher gut zu gebrauchen. Auch musste ich im Testbetrieb keinesfalls die in den Bewertungen immer wieder angesprochenen Abstürze feststellen. Die App lief reibungslos. Wer seine Hochzeitsplanung in vollem Umfang mit der Weddian-App begleiten möchte, wird nicht umhin kommen, die 6,99 Euro für das Premium-Paket zu investieren. Dies ist im Normalfall nicht einmal als Minuspunkt zu bewerten, denn schließlich wollen die App-Entwickler auch von irgendetwas leben können. Dass man Standard- und Premium-Funktionen jedoch durchaus glücklicher verteilen kann, zeige ich dann im nächsten App-Test in wenigen Tagen hier auf dieser Seite.

Weddian-App

kostenlos
Weddian-App
5.6

Funktionen

4/10

Bedienung

8/10

Inhaltsumfang

7/10

Gestaltung

5/10

Nutzwert

4/10

PRO

  • Einfache Bedienung erschließt sich wie von selbst
  • Bilder-Favoriten als Inspiration speicherbar
  • Kontaktdaten der eigenen Dienstleister speicherbar
  • Übersichtlichkeit

CONTRA

  • Viele Funktionen nur im kostenpflichtigen Plus-Paket
  • Einige Punkte zu allgemein gehalten
  • Funktionsfehler bei den Hochzeitsmessen